Torquato Tasso

Untertitel: Ein Schauspiel von
Sendefolge:

Autor/Autorin: Johann Wolfgang v. Goethe
Bearbeitung:

Regie: Otto Ambros
Regieassistenz:

Darsteller:
Musik:
Ausf├╝hrende (T├Ątigkeit):
Tontechnik:

Erstsendung: 1954-04-14
Sendezeit: 20:15-21:15
Wiederholung:
Sendeanstalt: Radio-Wien (RAVAG II, nach 1945)
Abteilung:
Inhalt:

Mitschnitt einer Auff├╝hrung am 16.8.1982 im Salzburger Landestheater bei den Salzburger Festspielen 1982.

Der italienische Renaissancedichter Torquato Tasso ├╝berreicht seinem f├╝rstlichen G├Ânner Alfons das Epos ÔÇÜGerusalemme liberata' (Das befreite Jerusalem). Die Prinzessin Leonore von Este bekr├Ąnzt den sensiblen und gef├Ąhrdeten Poeten mit einem Lorbeerkranz, den sie zuvor der B├╝ste des Vergil zuerkannt hatte. Tasso interpretiert diese Geste als ein Symbol f├╝r Kunst und Macht. Allerdings macht die Ankunft des weltm├Ąnnischen Staatssekret├Ąrs Antonio die Kluft zwischen Kunst und Macht offenbar. Zwischen Tasso und Leonore entsteht ein zartes Liebesverh├Ąltnis, das jedoch durch die unterschiedlichen Auffassungen der beiden ├╝ber die Liebe getr├╝bt ist. So glaubt Tasso, dass alles erlaubt ist, was gef├Ąllt, Eleonore ist der Meinung, dass nur das erlaubt ist, was sich geziemt. In seiner Not vertraut sich Tasso Antonio an, der ihn jedoch arrogant zur├╝ckweist, weil er auf seine Ausstrahlungskraft eifers├╝chtig ist. Als Tasso daraufhin wutentbrannt seinen Degen zieht, verbannt ihn der Herzog auf sein Zimmer...
(Programmheft Bayerischer Rundfunk)

 

"Tasso ist das vollkommene, das wahre Musterdrama der Zukunft." Mit diesen Worten hat sich der bekannte Goethe-Forscher Ernst Horneffer gegen die These verwahrt, dieses Schauspiel sei ein reines Lesedrama. Damit ist gleichzeitig gesagt, da├č sich ein so auf das Wort gestelltes St├╝ck, zumal unter einer auf F├╝hrung und nat├╝rliche Auflockerung des Dialogs bedachten Regie auch auf der reinen H├Ârb├╝hne voll bew├Ąhren m├╝├čte. Dieses Schauspiel hat nicht die reale Umwelt des italienischen Dichters Torquato Tasso, der im 16. Jahrhundert "Das befreite Jerusalem" schrieb, zur Grundlage, sondern spiegelt in jeder Phase die Atmosph├Ąre des Hofes von Weimar in idealisierter Form wider. Es ist die Trag├Âdie des K├╝nstlers schlechthin. Der Anspruch des Genies st├Â├čt sich hier in der Gestalt Tassos an seinem Gegenpol, dem klugen Weltmann und H├Âfling Antonio. Hinter diesem ├Ąu├čeren Konflikt, der das Drama nur ausl├Âst, nicht aber bedingt, liegt die schicksalhafte innere Beziehung zwischen dem Dichter und der F├╝rstin Leonore. Die in einer so in sich ruhenden Welt als zerst├Ârender Frevel erscheinen mu├č. Ihrem Ma├č mu├č sich auch das Genie unterordnen. In unerh├Ârt gesteigerter Spannung f├╝hrt dieses Erlebnis zu dem gro├čen Ausbruch, der mit dem "Hinweg!" der F├╝rstin sein tragisches Ende findet. Aber aus der wilden Verzweiflung findet Tasso zu seiner Sendung als Dichter, dem ein Gott zu sagen gibt, was er leidet.


Weiterf├╝hrende Angaben:  
interne Quellen:  
externe Quellen:  
Bemerkungen: Papiercover
Archivstatus: Inventarnr.: 001_3099, Umfang (Seiten Scans): 48
Patenschaft:  


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