Käthchen von Heilbronn, Das

Untertitel: Großes historisches Ritterschauspiel von
Sendefolge:

Autor/Autorin: Heinrich v. Kleist
Bearbeitung:

Regie: Ludwig Unger
Regieassistenz:

Darsteller:
Musik:
Ausführende (Tätigkeit):
Tontechnik:

Erstsendung: 1952-10-10
Sendezeit:
Wiederholung: 1954-05-15
Sendeanstalt: Radio-Wien (RAVAG II, nach 1945)
Abteilung:
Inhalt:

Aus dem BR-Programmheft:
Seitdem Käthchen, die Tochter des Waffenschmieds Friedeborn, eines Tages den edlen Ritter Graf vom Strahl in der Werkstatt ihres Vaters gesehen hat, ist es um sie geschehen. Einem seltsamen Zwang gehorchend, folgt sie ihm ständig auf Schritt und Tritt. Der alte Friedeborn verklagt den Ritter beim Femegericht wegen zauberischer Entführung seiner Tochter, doch die Richter müssen auf Freispruch erkennen und dem Angeklagten nahelegen, Käthchen zur Rückkehr ins Vaterhaus zu bewegen. Tatsächlich ist der Graf innig in das unschuldige Mädchen verliebt, darf es aber aus Standesrücksichten nicht zum Weibe begehren. Seit langem liegt er mit Kunigunde von Thurneck in Fehde. Während einer Gewitternacht entdeckt er sie in einer Köhlerhütte, wohin ihr ehemaliger Verlobter, der Burggraf von Freiburg, sie verschleppt hat. Strahl befreit sie und läßt sie auf sein Schloß bringen. Da wandelt sich ihr Haß in Liebe zu dem Retter. Der Graf, dem einst im Traum eine Kaisertochter verheißen wurde, glaubt sie in Kunigunde gefunden zu haben. Unterdessen bereitet der jetzige Verlobte Kunigundes, der Rheingraf vom Stein, ein Attentat auf ihr Schloß vor. Das erfährt Käthchen, und sie eilt zu Kunigunde und Strahl, um beide zu warnen. Aber die Tat gelingt, das Schloß steht in Flammen, und die eifersüchtige Kunigunde schickt Käthchen ins Feuer, um einen Wertgegenstand herauszuholen. Doch wie von Himmelsmächten behütet, entsteigt Käthchen unversehrt den Trümmern. Unter einem Holderbusch auf seinem eigenen Schloß findet Strahl das Mädchen in tiefem Schlaf. ber sie bewegt die Lippen und antwortet gar auf Fragen. So erfährt er, daß sie ihm nur folge, weil sie einer Verkündigung gehorche, denn er sei ihr als ihr zukünftiger Gemahl im Traum erschienen. Jetzt ist der Ritter überzeugt, daß Käthchen die Tochter des Kaisers ist. Der weist das Ansinnen empört zurück und läßt ein Gottesgericht entscheiden. Strahl geht als Sieger daraus hervor, und jetzt erklärt der Kaiser den wahren Zusammenhang: Käthchen ist wirklich seine leibliche Tochte , und der Graf darf sie nun "im kaiserlichen Brautschmuck" heimführen.
Der Waffenschmied Theobald Friedeborn hat den Grafen Friedrich Wetter vom Strahl angeklagt, seine fünfzehnjährige Tochter Käthchen mittels teuflischer Magie an sich gefesselt zu haben. Das Femegericht aber spricht den Grafen frei: "Es ist hier nichts zu richten." Käthchen war freiwillig von ihrem Vater weggegangen und dem Grafen in blinder Ergebenheit auf Schritt und Tritt gefolgt. - Der Rheingraf vom Stein sagt Graf Wetter vom Strahl im Namen seiner Verlobten Kunigunde von Thurneck die Fehde an. Durch Zufall findet Wetter die von einem früheren Verlobten entführte Kunigunde gefesselt in einer Köhlerhütte. Er befreit sie und beschließt, von ihrer Dankbarkeit und ihrem Verzicht auf den umstrittenen Besitz geblendet, Kunigunde zu heiraten, zumal ihre Herkunft auf einen Traum des Grafen verweist: In der Silvesternacht hatte ihm ein Engel eine Kaisertochter zur Frau verheißen. - Käthchen hat erfahren, daß der Rheingraf die Burg Thurneck angreifen will. Sie kann den abweisenden und schroffen Grafen aber nicht rechtzeitig warnen. Die Burg geht in Flammen auf. Kunigunde schickt Käthchen mit teuflischer Berechnung ins Feuer, doch ein "Cherub" führt diese auf wunderbare Weise aus dem zusammenstürzenden Haus. Der Graf durchschaut, daß Kunigunde wegen eines "Nichts" ein Menschenleben aufs Spiel setzt, und lernt allmählich - der Rheingraf wird inzwischen in die Flucht geschlagen - Käthchens wahres Wesen kennen. Er spricht die unter einem Holunderstrauch Schlafende an und erfährt so, was Käthchen selbst nicht bewußt ist: Sie habe in der Silvesternacht geträumt, daß ihr ein Engel den Grafen als Bräutigam zugeführt hätte. In Käthchens Traum findet der Graf die Lösung des eigenen Rätsels ("Was mir ein Traum schien, nackte Wahrheit ists"). Wetter verkündet, daß Käthchen die Tochter des Kaisers ist und seine Frau werden soll. Den dagegen protestierenden Vater Käthchens besiegt er im Zweikampf allein durch seinen Blick. - "Die Welt wankt aus ihren Fugen!", ruft der Kaiser aus, als er nach diesem als Gottesurteil empfundenen Zweikampf Beweise dafür findet, daß Käthchen seine illegitime Tochter ist. Käthchen entgeht einem Giftanschlag Kunigundes, die als böse "Giftmischerin" entlarvt wird. Das immer noch naiv-unwissende, bei Wetters Worten "Käthchen! Meine Braut! Willst du mich?" in Ohnmacht fallende Mädchen wird schließlich vom Grafen zur Hochzeit geführt. Das in einem romantisierten Mittelalter spielende traumverlorene Zaubermärchen um eine besessene, unbedingte und grenzenlose Liebe stellt das jeder Gefährdung überlegene innerste Gefühl der reinen und idealen Hauptfigur in den Mittelpunkt. Der zunächst egoistisch verbohrte Graf erkennt Schritt für Schritt, daß die unschuldige Gefühlssicherheit Käthchens und ihr Festhalten am Traum schließlich wirklicher sind als die Wirklichkeit.


Weiterführende Angaben:  
interne Quellen:  
externe Quellen:  
Bemerkungen: Papiercover
Archivstatus: Inventarnr.: 001_2769, Umfang (Seiten Scans): 99
Patenschaft:  


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